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20.08.2021

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Man kann die Probleme Afghanistans nicht in Deutschland lösen!

Millionen Afghanen kennen nur Krieg. Bevor die NATO im Jahr 2001 den 11. September instrumentalisierte, um militärisch gegen die Taliban vorzugehen und unzählige zivile „Kollateralschäden“ in Kauf nahm, um den geostrategischen Einfluss vor allem der USA in der Region auszuweiten, lag das Land bereits seit Jahren im Chaos. Schon von 1979 bis 1989 intervenierte die Sowjetunion gewaltsam in dem Land, darauf folgte ein jahrelanger Bürgerkrieg, an dessen Ende die Taliban ihre erste Herrschaft errichten konnten.

Das ist schlimm, aber klar muss auch sein, dass man die Probleme dieses Landes weder durch weitere militärische Interventionen noch dadurch lösen kann, indem man einen beträchtlichen Teil der Afghanen nach Deutschland und Europa holt. Es ist sehr bezeichnend, dass die USA sich mit der Aufnahme sogenannter Ortskräfte aus Afghanistan bislang sehr zurückhalten, obwohl sie es doch waren, die den größten Anteil daran hatten, dass das Land bis heute im Chaos versinkt.

In der deutschen Politik hingegen ist man sich weitgehend einig, dass möglichst viele Afghanen aufgenommen werden sollen. Neben den Ortskräften, also afghanischen Staatsbürgern, die der Bundeswehr und anderen deutschen Institutionen vor Ort geholfen haben, sollen möglicherweise auch deren Familien nach Deutschland gebracht werden. Aufgrund der Tatsache, dass es keine genauen Angaben darüber gibt, wie viele „Ortskräfte“ es gab – zumal innerhalb von 20 Jahren unzählige Afghanen irgendwelche Berührungspunkte zu den Besatzungskräften gehabt haben dürften – ist diese Politik ein Fass ohne Boden.

Das beispiellose Versagen des Staates bei der Einschätzung der Lage vor Ort, besonders mit Blick auf die schnelle Einnahme Kabuls durch die Taliban, müssen wir Deutschen nun durch weitere, überhaupt nicht kalkulierbare Zuwanderung ausbaden.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass der Afghanistan-Einsatz des Westens ein von Anfang zum Scheitern verurteiltes Himmelfahrtskommando war. Dass es unzählige tote Zivilisten und Soldaten geben würde, nachdem die Sowjets sich in dem Land bereits die Zähne ausgebissen hatten, war absehbar. Dass dieser Einsatz Milliarden verschlingen würde (einige Beobachter gehen insgesamt von rund einer Billion Dollar aus), war ebenfalls keine Überraschung. Dass es nach Ende des Einsatzes in dem Land weder Harmonie noch Demokratie geben würde, musste sich auch jedem aufdrängen, der sich etwas mit Politik und Geschichte befasst.

Dass das Land nun wohl für lange Zeit in noch schlimmerem Chaos versinkt, die afghanische Gesellschaft dauerhaft in Gegner und Unterstützer des Westens gespalten ist, somit neue Bürgerkriege sehr wahrscheinlich sind, ist eine logische Folge des völkerrechtswidrigen Kriegseinsatzes der NATO.

Es mag nun ein Gebot der Menschlichkeit und auch der soldatischen Ehre sein, diejenigen nicht im Stich zu lassen, die man vor Ort als Kollaborateure benutzt hat. Aber sie und möglicherweise viele andere nach Deutschland zu holen, kann nicht die Lösung sein.

Die afghanischen Ortskräfte haben sich engagiert, weil sie etwas für ihre Heimat tun wollten. Daher müssen nun auch heimatnahe Lösungen gefunden werden. Es ist sinnvoller, Mittel dafür bereitzustellen, damit die Ortskräfte zeitweise in Nachbarländern Afghanistans in Sicherheit leben können, als sie nach Deutschland zu holen und sie so ihrer Heimat zu entfremden. Das schafft nur neue Probleme hierzulande, löst sie aber nicht in Afghanistan.

Ronny Zasowk

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